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Second Hand Kleidung kaufen: Worauf du achten musst

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Wäschenetze

Für empfindliche Gebrauchtteile beim ersten Waschen.

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Inhaltsverzeichnis

Second Hand Kleidung kaufen spart nur dann Geld, wenn du weißt, was du prüfen musst. Ein Fehlkauf für zehn Euro, der ungetragen im Schrank landet, ist genauso teuer wie ein Fehlkauf für hundert, nur unauffälliger.

Hier stehen deshalb die Prüfpunkte, die tatsächlich über Gelingen und Misslingen entscheiden. Und die Teile, bei denen sich der Gebrauchtkauf grundsätzlich nicht lohnt.

Wo der Preisvorteil wirklich liegt

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Der Sparhebel entsteht nicht dadurch, dass gebrauchte Kleidung billig ist. Er entsteht dadurch, dass du für dasselbe Geld eine bessere Qualitätsstufe bekommst.

Ein Wollmantel, der neu bei 200 Euro liegt, kostet gebraucht oft einen Bruchteil. Ein T-Shirt für fünf Euro neu ist gebraucht kaum günstiger, bei nennenswert schlechterem Zustand.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Je teurer ein Teil neu wäre, desto mehr lohnt sich der Gebrauchtkauf. Bei Basics und Verschleißteilen kippt die Rechnung.

Wofür sich Second Hand lohnt

  • Winterjacken und Mäntel: hoher Neupreis, langlebiges Material
  • Wolle, Kaschmir, Leder: Materialien, die neu teuer sind und gut altern
  • Jeans: halten lange, und eingetragene Passform ist ein Vorteil
  • Kinderkleidung: wird herausgewachsen, nicht abgetragen
  • Anlasskleidung: Anzug, Kleid, Blazer, die selten getragen werden
  • Taschen und Gürtel: Leder wird durch Gebrauch besser

Wofür sich Second Hand nicht lohnt

  • Unterwäsche und Socken: hygienisch heikel, neu ohnehin günstig
  • Weiße Basics: vergilben, und der Preisunterschied ist minimal
  • Sport- und Funktionskleidung: Membranen und Elasthan verlieren mit der Zeit ihre Funktion, von außen nicht erkennbar
  • Laufschuhe: die Dämpfung ist nach einigen hundert Kilometern erschöpft, auch wenn die Sohle intakt aussieht
  • Sehr günstige Fast-Fashion-Teile: der Zustand ist meist schlechter als der Preisvorteil rechtfertigt

Die letzten drei Punkte sind der häufigste Fehler. Ein Funktionsteil, das nicht mehr funktioniert, ist kein Schnäppchen, es ist ein Kauf, den du wiederholen musst.

Die fünf Prüfpunkte vor dem Kauf

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Egal ob im Laden oder online: Diese fünf Stellen entscheiden über die Restlebensdauer.

1. Nähte und Belastungspunkte. Achsel, Schritt, Taschenansätze, Bundnaht. Ziehe leicht auseinander. Wenn Fäden sichtbar werden, ist das Teil weiter als es aussieht.

2. Reißverschlüsse und Knöpfe. Reißverschluss vollständig auf und zu ziehen. Ein defekter Reißverschluss kostet in der Änderungsschneiderei häufig mehr als das Teil selbst.

3. Pilling. Kleine Knötchen an Ärmelinnenseiten und unter den Armen. Sie zeigen, wie oft das Teil bereits getragen und gewaschen wurde. Entfernen lässt sich das, es kommt aber wieder.

4. Ausgeleierte Stellen. Bündchen, Kragen, Ellbogen, Knie. Diese Stellen erholen sich nicht mehr.

5. Geruch. Rauch und Schweiß gehen häufig nicht vollständig aus Textilien heraus, besonders nicht aus Wolle und Kunstfaser. Wenn du es im Laden riechst, riechst du es zu Hause auch noch.

Für Punkt 3 reicht ein einfacher Fusselrasierer*, um vorhandene Teile aufzufrischen. Beim Kauf ist Pilling aber ein Hinweis auf das Alter, kein bloßer Schönheitsfehler.

Was beim Onlinekauf dazukommt

Ohne Anprobe verschiebt sich das Risiko auf die Größe. Drei Dinge helfen zuverlässig.

Maße statt Konfektionsgröße. Größen unterscheiden sich zwischen Marken und über die Jahre erheblich. Miss ein gut sitzendes Teil aus deinem Schrank aus (Brustweite, Länge, Schulterbreite, Innenbeinlänge) und vergleiche mit den Angaben.

Nach Mängeln fragen. Konkret nach Pilling, Flecken und Nähten fragen, nicht nach dem allgemeinen Zustand. „Guter Zustand“ bedeutet für jeden etwas anderes.

Versandkosten einrechnen. Ein Teil für acht Euro plus fünf Euro Versand ist ein Teil für dreizehn Euro. Bei mehreren Käufen beim selben Anbieter lohnt sich die Frage nach kombiniertem Versand.

Ein Hinweis zum Widerrufsrecht: Beim Kauf von privat gibt es in der Regel keines, anders als bei gewerblichen Händlern. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Wer sich unsicher ist, findet Genaueres bei der Verbraucherzentrale.

Wie du Fehlkäufe verhinderst

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Der eigentliche Kostenfaktor beim Gebrauchtkauf ist nicht der Preis, sondern die Menge. Niedrige Preise senken die Hemmschwelle, und am Ende hängen fünf Teile im Schrank, die nie getragen werden.

Mit Liste gehen. Notier vorher, was tatsächlich fehlt. Wer ohne Liste in einen Second-Hand-Laden geht, kommt mit dem heraus, was zufällig da war.

Die Kombinationsfrage. Passt das Teil zu mindestens drei Sachen, die du schon hast? Wenn nicht, brauchst du zusätzlich etwas dazu, und der Preisvorteil ist weg.

Die Sofort-Regel. Würdest du es diese Woche anziehen? Alles, was für später gekauft wird, wird meist gar nicht getragen.

Eine rein, eine raus. Das hält den Bestand konstant und zwingt zur Entscheidung.

Wenn dein Schrank ohnehin voll ist, lohnt sich der umgekehrte Weg zuerst: erst ausmisten, dann kaufen. Danach weißt du, was wirklich fehlt.

Wo du kaufen kannst

Die Wege unterscheiden sich vor allem darin, wie viel Aufwand du hast und wie gut du prüfen kannst.

  • Second-Hand-Läden und Sozialkaufhäuser: anprobieren möglich, keine Versandkosten, begrenzte Auswahl
  • Flohmärkte: die niedrigsten Preise, dafür kein Umtausch und schwierige Anprobe
  • Kleiderkreisel und Verkaufsplattformen: größte Auswahl, dafür Größenrisiko und Versandkosten
  • Ankaufportale: geprüfter Zustand und Rückgaberecht, dafür höhere Preise als von privat
  • Kleidertauschpartys: kostenlos, in vielen Städten über Stadtteilzentren organisiert

Für teure Einzelstücke sind Portale mit Rückgaberecht der sicherere Weg. Für günstige Mengen lohnt sich der Laden vor Ort, weil du dort prüfen kannst.

Nach dem Kauf

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Wasch neu gekaufte Gebrauchtkleidung vor dem ersten Tragen. Bei empfindlichen Materialien nach Pflegeetikett, im Zweifel kalt und im Wäschenetz.

Kleine Mängel lassen sich oft in wenigen Minuten beheben: ein loser Knopf, eine offene Naht, ein Saum. Genau das macht den Unterschied zwischen einem Teil, das drei Jahre hält, und einem, das nach drei Monaten aussortiert wird.

Häufige Fragen

Lohnt sich Second Hand Kleidung wirklich?
Bei Teilen mit hohem Neupreis deutlich, also Mäntel, Wolle, Leder, Anlasskleidung. Bei günstigen Basics, Unterwäsche und Funktionskleidung nicht. Der Preisvorteil hängt am Neupreis, nicht am Gebrauchtpreis.

Woran erkenne ich gute Qualität?
An den Belastungspunkten: Nähte in Achsel und Schritt, Bündchen, Kragen. Dazu das Materialetikett, Naturfasern altern in der Regel besser als Mischgewebe mit hohem Elasthananteil.

Ist Second Hand Kleidung hygienisch?
Nach dem Waschen in aller Regel unbedenklich. Bei Unterwäsche und Schuhen bleibt es Geschmackssache, dort ist der Preisvorteil ohnehin gering.

Kann ich beim Kauf von privat umtauschen?
In der Regel nicht. Beim Kauf von Privatpersonen gibt es üblicherweise kein Widerrufsrecht, anders als bei gewerblichen Händlern. Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Wie finde ich die richtige Größe online?
Über Maße, nicht über die Konfektionsgröße. Miss ein gut sitzendes Teil aus deinem Schrank aus und frag beim Verkäufer nach den Maßen des angebotenen Teils.

Was mache ich mit Teilen, die doch nicht passen?
Weiterverkaufen. Ein gebraucht gekauftes Teil verliert kaum noch an Wert, du bekommst also meist einen ähnlichen Preis zurück. Worauf es beim Inserieren ankommt.

Fang mit einem Teil an

Nicht mit dem kompletten Kleiderschrank. Ein Teil, das du ohnehin gebraucht hättest, und bei dem der Neupreis hoch genug ist, dass sich die Prüfung lohnt.

Eine Winterjacke oder ein Mantel sind dafür der beste Einstieg: hoher Neupreis, gut prüfbar, und du merkst schnell, ob der Weg für dich funktioniert.

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